Lebendiger Einblick in jüdisches Leben – Online-Veranstaltung an der Sophie-Scholl-Mittelschule Burglengenfeld

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Einen besonderen Einblick in jüdisches Leben und jüdische Traditionen erhielten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9G und 10Mb der Sophie-Scholl-Mittelschule Burglengenfeld am 9. Februar 2026.

Im Rahmen der Online-Veranstaltung „Judentum live erleben“ war Lea Fleischmann, Autorin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, als Referentin eingeladen. Sie schaltete sich live aus Jerusalem in die Klassenzimmer und berichtete aus ihrem persönlichen Lebensalltag. Lea Fleischmann, die in Deutschland geboren wurde und später nach Jerusalem zog, vermittelte den Jugendlichen auf anschauliche und authentische Weise zentrale Inhalte des Judentums. Mithilfe religiöser Gegenstände wie der Tora erklärte sie Traditionen und Glaubensinhalte und stellte dabei immer wieder Bezüge zum Alltag her. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Sabbat als wöchentlichem Ruhetag. Anhand eigener Erfahrungen schilderte die Referentin, dass an diesem Tag bewusst auf technische Medien, insbesondere auf Mobiltelefone, verzichtet wird. Diese Form der Entschleunigung wirkte auf viele Schülerinnen und Schüler zunächst ungewohnt und teilweise befremdlich, regte jedoch zugleich zum Nachdenken an und weckte großes Interesse. In diesem Zusammenhang machte Lea Fleischmann deutlich, dass Ruhe und bewusste Pausen im Alltag erlernt werden müssen. „Ruhe muss man lernen“, betonte sie und verwies darauf, dass der Sabbat eine wertvolle Möglichkeit biete, innezuhalten und den hektischen Alltag zu unterbrechen. Gerade dieser persönliche Zugang ermöglichte den Jugendlichen ein tieferes Verständnis für die Bedeutung religiöser Rituale und Lebensweisen. Die zweistündige Veranstaltung wurde von den Schülerinnen und Schülern aufmerksam verfolgt und bot im Anschluss Raum für eine offene Diskussionsrunde. Dabei konnten Fragen gestellt werden, die den Jugendlichen besonders am Herzen lagen. Als Kind von Holocaustüberlebenden gab Lea Fleischmann sehr persönliche Einblicke in die Nachkriegszeit in Deutschland und berichtete von den Herausforderungen jüdischen Lebens in dieser Zeit. Auch aktuelle gesellschaftliche und politische Themen fanden Platz und wurden von der Referentin mit großer Fachkenntnis und Offenheit eingeordnet. Die Veranstaltung leistete einen wichtigen Beitrag zur historisch-politischen sowie zur religiösen Bildung der Schülerinnen und Schüler. Gleichzeitig förderte sie das Verständnis für jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart und ermöglichte einen wertvollen interreligiösen Dialog.

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